Seit 11 Tagen bin ich nun schon wieder mit dem Rad unterwegs. Zuerst ging es mit dem Zug nach Dornbirn und dann weiter mit dem Radl über Lustenau das südliche Bodenseeufer und den Rhein entlang. Bei Schaffhausen dann rüber nach Deutschland und einen Teil des südlichen Schwarzwaldradwegs bis Waldshut und dann wieder weiter am Rhein bis Weil/Rhein, wo ich mich mit Brigitte, der Schweizer Radlerin, getroffen habe. Gemeinsam sind wir großteils am Rhein entlang über Strasbourg nach Karlsruhe, wo wir momentan einen Rasttag verbringen.

Die 450 km, die ich bis jetzt geradelt bin, waren gekennzeichnet von sehr gemütlichen, ebenen Radwegen, aber auch von großer Hitze. Gleich am 2. Radlertag hat mein iPhone, mit dem ich ja navigiere,  am Nachmittag wegen der hohen Temperaturen angefangen zu streiken. Erst nachdem ich es ca. 15 Minuten im Schatten abkühlen hab lassen, war es wieder einsatzbereit. Man wird auf Schritt und Tritt mit den Folgen des Klimawandels konfrontiert: im Bodensee ist der Pegel so niedrig, dass die Schifffahrt teilweise eingestellt werden musste. Und auch im Rhein sind teilweise nur noch 40 cm Wasser drin, sodass auch hier nur noch ganz wenig Schiffe mit einem Bruchteil der üblichen Beladung fahren dürfen, sodass die Transportkosten auf diesem so wichtigen Wasserweg extrem in die Höhe schnellen.

Außerdem kommt man immer wieder an komplett vertrockneten Feldern vorbei; auf den Campingplätzen ist es sehr mühsam, die Heringe in den Boden zu bekommen, weil dieser total vertrocknet und steinhart ist. Die Campingplätze liegen ja oft sehr idyllisch an kleinen Seen – aufgrund der hohen Temperaturen gedeihen darin aber die Algen so prächtig, sodass man das Baden dann lieber sein lässt.

Es gab aber auch viele schöne Dinge: die Fahrten durch verschlafene Dörfer mit Fachwerkhäusern. Zwischendurch am Wegrand immer wieder Brombeersträucher, die mit ihren dunklen, süßen Beeren zum Stehenbleiben und Naschen einluden oder auch Apfelbäume, wo wir uns eine Extraportion Vitamine geholt haben. Und da die Radwege gut ausgebaut sind und es mehr oder weniger eben dahin geht, war das Radeln zumeist wirklicher Genuss. Speziell erwähnen möchte ich den Radweg am Verbindungskanal Rhone – Rhein bei Strasbourg: Idylle pur mit schattenspendenden Platanen. Und nicht zu vergessen: Petit Dejeuner in einer Boulangerie, wo wir immer leckeren Kaffee und ein feines Croissant oder eine andere süße Sünde genossen haben. Strasbourg ist eine bezaubernde Stadt mit verwinkelten Gassen, schönen Häusern und einem exzellenten Radwegnetz.

Brigitte (über die ich ja bereits in früheren Blogs berichtet habe) war 7 Monate mit dem Rad in Afrika unterwegs, wo sie zumeist campiert und auch selbst gekocht hat. Und auch jetzt zaubert sie am Campingplatz immer was Leckeres auf die Teller. Wir verstehen uns gut und ticken ähnlich (2 verrückte Weiber halt). Für mich war das Übernachten im Zelt etwas gewöhnungsbedürftig – mittlerweile gehts aber schon. Und ab und zu übernachten wir ja auch in einem Hotel oder einer airBnB Wohnung.

Unser nächstes Ziel ist nun Heidelberg und dann geht es weiter Richtung Koblenz, wo wir dann auf den Moselradweg abbiegen werden.

Fachwerkhäuser überall in der Ostschweiz
Viel zu wenig Wasser im Bodensee
Immer wieder geht es durch kleine Städte
Rheinfall
Mit Brigitte am Rhein
Alles verdorrt
Breisach am Rhein
Heute wird hier übernachtet
Dieser Badesee am Campingplatz lädt nicht zum Schwimmen ein
Am Kanal entlang im Elsass
Im Elsass
Morgenstimmung am Kanal im Elsass
Weiter gehts nach Strasbourg
Strasbourg
Strasbourg
Strasbourg
Vorbei am Europaparlament
Die 2 verrückten Radlerinnen
Bei Strasbourg
Brigitte beim Kochen: heute gibts Bratwurst